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Chronik des Aero-Club Wolfsburg

Nach der Wiederzulassung des Luftsports 1952 wurden in Deutschland die ersten Luftsportvereine gegründet. Die Luftsportgemeinschaft Wolfsburg, mit Sitz im Amselweg gehörte dazu.

Im Jahre 1958 wurde ein weiterer Verein in Wolfsburg gegründet. Der FMC. Flug und Modellsportclub Wolfsburg mit Sitz im Christlichen Jugenddorf Wolfsburg. Beide Vereine flogen gemeinsam mit dem Fallerslebener Luftsportverein auf dem ehemaligen Flugplatz in Wesendorf nahe der B4

Der Flugplatz in Wesendorf musste 1973 aufgeben werden, weil die Bundeswehr eine andere Nutzung vorgesehen hatte. Alle drei Vereine waren nun auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Die LSG Wolfsburg und die Fallerslebener Luftsportler fanden ein geeignetes Gelände in Ummern bei Hohne. Der FMC etablierte sich in Stüde am Bernsteinsee, hat seinen Namen geändert und heißt heute Aero-Club Wolfsburg e.V.

Das Gelände in Stüde mit seinen hohen Freizeitwert durch den gerade entstandenen Bernsteinsee und dem Elbe-Seiten Kanal, als wichtige Orientierungshilfe für Segelflieger schienen optimal für dieses Vorhaben.

Mit der maßgeblichen Unterstützung des damaligen Gemeinderates gelang es, dieses Vorhaben zu realisieren.

In etlichen Sitzungen des Gemeinderates, wurden Einzelheiten besprochen und die rechtlichen Verfahren festgelegt. Sicherlich gab es damals auch einige kritische Stimmen die aber mit sachlichen und konstruktiven Argumenten überzeugt werden konnten. Gleichzeitig wurde auch die Entstehung des Zeltplatzes für behinderte Menschen in das Gesamtkonzept Flugplatz von Anfang an mit eingebunden. Wer sich an den Winter 1973 / 74 erinnert wird wissen, dass die Mitglieder des Aero-Clubs mit Unterstützung der Ortsfeuerwehr ein Drittel des Platzes von einem mehrjährigen Fichtenbestand befreien und eine Anpassung des Bodenniveaus vornehmen mussten. Jedes Wochenende ihrer Freizeit wurde in diese Aufgabe investiert. Das gerodete Holz schließlich aufgehäuft und in riesigen „Osterfeuern" an den tristen Wintertagen verbrannt. Schweres Gerät besorgte die Planierarbeiten.

In nur 6 Monaten entstand eine Fläche, von 1000 mal 200 Metern. Ein Drittel war noch mit einer grauen Sandschicht bedeckt, auf der im Frühjahr 74 aber doch gestartet werden konnte.

Es war für die Flieger ein großartiger Moment, wieder in die Luft zu können und ein spektakuläres Schauspiel für die Nachbarschaft in Stüde und im Feriengelände Bernsteinsee.

Die Flieger gönnten sich aber keine Pause. Eine Flugzeughalle und ein Clubhaus sollten noch entstehen.  Auch dieses Ziel wurde Dank glücklicher Umstände und großem persönlichen Einsatz eines jeden Einzelnen bald verwirklicht.

Doch kaum war die Halle halbfertig ereignete sich die große Brandkatastrophe in der Heide, die leider in der Nähe von Stüde ihren Ursprung hatte.

Die Halle wurde spontan den Helfern von Feuerwehr und THW als Unterkunft zur Verfügung gestellt. Einige Jahre später bei dem großen Brand in Knesebeck diente der Flugplatz tagelang sogar als Basis für die Löschflugzeuge der Bundeswehr zum auftanken.

Im Lauf der Jahre entstand eine enge Beziehung  zwischen der Gemeinde, der örtlichen Feuerwehr dem Schützenverein  sowie dem Förderverein des Zeltplatzes für Behinderte.

Die durch die Gebietsreform veränderte Situation der Zuständigkeiten änderte an dieser guten Beziehung nichts. Die neu gegründete Samtgemeinde Sassenburg entwickelte dieses Verhältnis nachhaltig in positiver Weise.

Auch wenn es die Unterstützung der Stadt Wolfsburg, der Volkswagen AG

und des Stadt- und Landessportbundes gab, war es bewundernswerte Pionierarbeit, die hier geleistet wurde.

Natürlich wurde in der Aufbauzeit der Anschluss an den Streckensegelflug ein wenig verpasst weil es immer etwas zu tun gab.

Ob eine Stromversorgung, eine Wasserleitung oder eine Tankstelle, eine Zufahrts-Strasse oder ein Parkplatz, gebaut wurde immer.

Spötter sagten damals:" Das ist ein Bauverein mit eigenem Flugzeugpark ".

Aber es hat sich gelohnt. Die Flieger und ihre Familien haben mit viel Liebe den Platz kultiviert und die Flora um die Gebäude angelegt.

Gern kommen Gäste, um hier im Segelflug Zentrum Stüde - Bernsteinsee mit ihren Familien ihre Ferien zu verbringen. Sie nutzen die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten, die in unmittelbarer Nähe oder in der Region zu finden sind. Der Bernsteinsee und in den letzten Jahren die Autostadt in Wolfsburg wurden zu beliebten Zielen.

Der Landesverband Niedersachsen im Deutschen Aero- Club  hat uns schnell "entdeckt". Lehrgänge, Meisterschaften und Fortbildungsveranstaltungen fanden Aufnahme in den Kalender. Die Teilnehmer geizten nicht mit Anerkennung und Lob für die vorbildhafte Anlage, die, so die Meinung vieler, sich in Deutschland zu den ersten Adressen rechnen darf.

Das Angebot der Ferienfreizeit nutzen zwischenzeitlich Jugendliche und Kinder aus Wolfsburg, den umliegenden Dörfern und Gemeinden.

Das außerordentliche Engagement der Mitglieder und Sponsoren für den Verein blieb nicht unbeachtet, steigerte die Popularität des Segelflugsports in der Region. Es kam zu einem kräftigen Mitgliederwachstum und in der Folge zu einer erfreulichen Aufstockung des Flugzeugparks.

Im Jahre 2001 fusionierten die beiden Wolfsburger Luftsportvereine. Weitere Segelflugzeuge und neue  Mitglieder kamen hinzu. Seitdem fliegen die Mitglieder der ehemaligen Luftsportgemeinschaft Wolfsburg als herzlich begrüßte neue Kameraden in Stüde und teilen ihre Leidenschaft zur Fliegerei mit  den "Alteingesessenen".


 
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