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Das Wandern ist des Fliegers Lust

uwe_18.jpgWie kommen Mitglieder des Aero-Clubs Wolfsburg zum gemeinsamen Wandern im winterlichen Harz?

Ich meine es hat angefangen mit einer Unterhaltung am Rande des Flugbetriebes, irgendwann im Herbst 2006 auf der Klappbank hinter dem Startschreibertisch. Das ist ja der Ort an dem bevorzugt Meinungen und Erfahrungen zu allen Fragen des Vereins- und Menschenlebens ausgetauscht werden. Also ich erzähle arglos von einer längst zurückliegenden Harzwanderung mit Nichtfliegern in Begleitung einer sympathischen Rangerin des „Nationalparks Harz" ..., da kriegt plötzlich Hans-Dieter leuchtende Augen und meint: „Ich wandere auch sehr gern im Harz. Das wäre doch mal was für unser Winterprogramm. Kannste so was organisieren?"

ernst_02.jpgDieser heftige Impuls einer Persönlichkeit in leitender Stellung konnte nicht ohne Wirkung bleiben: Ein Termin wurde gefunden und wieder verschoben, Herr Möller von den Harz-Rangern erklärte sein Einverständnis, dann lud Frank per Infomail ein, Burkhard motivierte nach und so trafen wir uns am 28. Januar 2007 um 10.30 Uhr in Ilsenburg auf dem Parkplatz im Ilsetal dicht bei der Info-Stelle der Nationalparkverwaltung Harz. Wetter: etwas feucht, Temperatur: um 0°C. Einige hatten sich um 9 Uhr im Amselweg in Wolfsburg getroffen und Fahrgemeinschaften gebildet; andere waren direkt vom häuslichen Frühstückstisch hierher gefahren: insgesamt 29 Personen unterschiedlichen Alters, Flieger, meist mit familiärem oder sonstigem Anhang und ein Hund.

ernst_01.jpgEmpfangen wurden wir von Herrn Siegmund Sandner, einem gelernten Forstwirt und hauptberuflichen Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung. Er war unser „Ranger", der uns dann auch führte und im Verlaufe der Wanderung immer wieder auf landschaftliche, geologische und forstliche Besonderheiten hinwies.

 

Unser Weg:

thumb_harz.jpgIm Ilsetal hinauf bis zum „Zanthier-Platz" (Ein Gedenkstein weist hier auf den Begründer der 1. Forstschule und Pionier der Wiederaufforstung des Harzes hin.), dann rechts ab entlang dem „Schwarzen Graben" zum „Kuhpladderstein" (eindeutig geformtes Felsgebilde), zum „Ernst-Weg". (Dieser Ernst soll nach Herrn Sandner ein kirchlicher Würdenträger gewesen sein, der dort eine Jagdhütte gehabt habe. (Die Konfession blieb unklar.))

ernst_04.jpgDer Ernst-Weg führt zum „Kruzifix", in dessen Nähe unser Ranger auf den vom Tief „Kyrill" verursachten starken Windbruch hinwies. Bei zunehmendem Schneefall erreichten wir auf dem „Dielenweg" den „Eckerstausee". Er lag tief unter uns. Gut sichtbar die Staumauer am nördlichen Ende des Sees. Der Wind nahm zu, drückte Schneeschauer auf den Hang. Das gab Gelegenheit, Herrn Sandner von den Möglichkeiten des Hangsegelfliegens zu erzählen. Über einige Bäume, die der Sturm auf den Weg geworfen hatte, nahmen wir dann die letzte Wegstrecke zum „Scharfenstein" (genannt nach einer gut erkennbaren Klippe, 696 m hoch).

uwe_27.jpgAm Scharfenstein wird eine Ranger-Hütte betrieben. Hier kehrten wir ein und trafen auf andere Wanderer, die ebenfalls in dem romantisch verschneiten Blockhaus ihre Mittagspause machten. Es war inzwischen 13.30 Uhr geworden, 2/3 des Weges hatten wir geschafft. So konnten wir uns eine gute Stunde Zeit nehmen, um mitgebrachte Brote und Getränke auszupacken oder das Angebot des Hüttenwirtes (Suppen, Würstchen, diverse Getränke) zu probieren.

uwe_16.jpgEs schneite immer noch kräftig, als wir auf der „Kegelbahn" den Rückweg antraten. Entlang dem „Tiefenbach" (auch hier wieder viel Windbruch) ging es zügig bergab in das „Große Sandtal". Es wurde spürbar wärmer und nach und nach verwandelte sich der Schneefall in Regen. In kleinen Gruppen ins Gespräch vertieft, folgten wir dem Lauf der „Ilse" unterhalb des „Ilsesteins" (473 m) in Richtung Ilsenburg. Das ungemütliche Tauwetter in den tieferen Lagen beschleunigte den Schritt und ließ auch keine Lust zu einer Pause oder zu ausführlicheren Stopps mit Erläuterungen aufkommen. So erreichten wir zum Erstaunen von Herrn Sandner schon nach 1 ¼ Stunde wieder den Parkplatz, auf dem unsere Autos warteten.

Das herzliche Dankeschön an unseren Ranger für seine kundige, freundliche und hilfsbereiteuwe_13.jpg Begleitung haben wir dann noch mit einer ordentlichen Kollekte zugunsten der Nationalpark-verwaltung unterstrichen.

Mein Eindruck: Viele fröhliche Gesichter, gute Gespräche, insgesamt zufriedene Stimmung.... , was ja bei Fliegern, die sich auf 0 Meter Höhe über Grund fußläufig und gemeinsam längere Strecken fortbewegen müssen, keine Selbstverständlichkeit sein soll.

 

H.-U. Braun


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