| Harzwanderung 2008 |
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Hier der Bericht unseres Organisators: Die sehr gewählte Anrede „liebe Aeronautinnen und Aeronauten“, mit der die Harz-Waldführerin Dietz uns per Email zum Rundweg „Auf dem Acker“ einlud, mag zusätzlich dazu beigetragen haben, dass sich 27 Menschen verschiedenen Alters (und ein sehr zugkräftiger Hund) am 03.Febr. 2008 schon früh vom sonntäglichen Frühstückstisch verabschiedeten, Fahrgemeinschaften bildeten und dann über die B 4 und die B 242 zum Treffpunkt Parkplatz am Oderteich aufmachten.
Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Schon auf der A 39 war bei strahlend blauem Himmel der Brocken zu sehen. Und noch aus der Ferne war deutlich zu erkennen, dass es im Oberharz in den letzten Tagen kräftig geschneit haben musste. Durch den herrlich verschneiten Fichtenwald, aber auf gut geräumten Straßen erreichten wir pünktlich den Oderteich. Herr Schwarz dirigierte dann unseren Autotross noch einige Kilometer weiter bis zum Parkplatz bei der „Magdeburger Hütte“. Dort war der Ausgangs- und Endpunkt unserer Wanderung „Auf dem Acker“. Mit „Auf dem Acker“ wird ein Höhenzug des Harzes bezeichnet, der sich ca. 12 km lang von unserem Ausgangspunkt in südwestlicher Richtung erstreckt. Woher dieser Name kommt ist unklar. Landwirtschaft gab es dort oben in 800 m Höhe nie. Einige meinen, der Landschaftsname sei vom lateinischen Wort aqua (= Wasser) abgeleitet worden. Dazu passt, dass es auf diesem Höhenzug ein Hochmoor gibt, das mit seinem Wasserreichtum viele kleine Bäche speist. Auf unserem Weg zur „Hanskühnenburg“ haben wir immer wieder solche Bachläufe überquert. Da sie zugefroren und verschneit waren, hatten wir keine Probleme mit morastigen Abschnitten, wie ich sie einige Tage zuvor noch erlebt hatte. In der Vergangenheit wurde das Hochmoor entwässert, um das Gebiet besser für die Holzproduktion nutzen zu können. Seit der Begründung des „Nationalpark Harz“ wird versucht, solche menschlichen Eingriffe rückgängig zu machen. Herr Schwarz wies uns immer wieder auf Renaturierungsmaßnahmen hin: kleine Stauwerke in Bachläufen, Wiederaufforstung von Mischwald inmitten von Fichtenmonokultur ... Nach ca. 7 km Weg an der nordwestlichen Flanke des Höhenzuges erreichten wir die „Hanskühnenburgklippe“ und bald danach die „Hanskühnenburg“, eine Wanderbaude (so die offizielle Bezeichnung), die schon von weitem durch einen mächtigen steinernen Turm auffällt. Der stammt aber erst aus dem Jahre 1914. Lange davor soll Hans der Kühne dort eine Burg besessen haben. Als er jedoch eine bildhübsche Jungfer aus Sieber entführte, versank er samt Burg und Spießgesellen im Boden. Völlig unbeeindruckt von diesem historischen Drama haben sich viele von uns in der Baude Erbsensuppe, Würstchen, Käsebrot oder dergleichen schmecken lassen. Das Wirtsehepaar Böttcher bekam reichlich in der Küche zu tun, denn an diesem herrlichen Wintertag waren außer uns noch viele andere Wandersleute und Skilangläufer unterwegs. So machte es auch gar nichts, dass etliche Hartgesottene aus unserer Gruppe die warme Gaststube gemieden haben und ihre mitgebrachte Mittagsmahlzeit bei wärmenden Getränken an der frischen Luft genossen.
Diejenigen, die auf den Turm stiegen, wurden reichlich belohnt durch die phantastische Sicht an diesem Tage. St. Andreasberg und Altenau waren gut zu erkennen und auf der anderen Seite meinte Herr Schwarz sogar Höhenzüge des hessischen Berglandes erspähen zu können. Skifahrer hatten sich auf diesem relativ ebenen Weg eine Loipe gespurt. Einige Langläufer wiesen uns gar nicht schüchtern darauf hin, dass wir ihnen Platz zu machen hätten.
Wir aber zogen friedlich des Weges, mal mit diesem mal mit jener ins Gespräch vertieft, dann wieder Herrn Schwarz lauschend, der uns hier auf die Spuren eines Spechtes und dort auf die Verheerungen des fürchterlichen Cyrill hinwies.
So gegen 15:15 Uhr waren wir wieder bei unseren Autos. Herrn Schwarz wurde herzlich gedankt für seine freundliche und informative Führung und er bedankte sich bei uns für das Glück, an einem so schönen Tage mit einer so sympathischen Gruppe im Harz gewandert zu sein. In dieser allgemeinen Zufriedenheit wurde die obligatorische Kollekte zugunsten des Nationalpark Harz eingesammelt. Und auch sie fiel zur Zufriedenheit aus: 93 €. Verwandte Inhalte: |
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