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... und was sie uns alles lehrt.
 Wie wir Flieger unsere Wochenenden gestalten, dafür spielen Wettervoraussagen ja eine ganz gewichtige Rolle. Und die waren für unsere Aeroclub-Harzwanderung am 31. Januar 2010 nicht gerade beflügelnd: Nebel, Temperaturen etwas unter 0° C, leichter Schneefall, geschlossene Wolkendecke. Solche Wettermeldungen lösen bei unsereins schon mal keine Adrenalinschübe aus. Dazu kamen die Warnungen, den Wald wegen Eisbruchs zu meiden, das Auto wegen glatter Straßen besser stehen zu lassen ... Zugegeben: Es gab sie schon, die Gründe, lieber zu Hause zu bleiben.
Aber die elf Unerschrockenen (zwischen 13 und 68 Jahren), die sich dann mit Waldführerin Nele Dietz vom Parkplatz Eckertal aus auf den Weg machten, brauchten ihre Entscheidung für diese Wanderung keine Minute zu bereuen.
Sicher, der hohe Schnee machte das Wandern beschwerlich, aber Gerd spurte meist vorneweg und in seinen Fußstapfen kamen wir gut voran. Nele führte uns erst entlang der Ecker, in deren Mitte die Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen verläuft, und dann steiler bergauf zur Gaststätte „Rabenklippen“.
Gut durchgewärmt kamen wir dort gegen 13.45 Uhr an – etwas später, als wir vorher geschätzt hatten. Dafür waren aber keineswegs müde Beine verantwortlich, sondern vor allem zahlreiche über den Weg gestürzte Bäume, die unter den Schnee- und Eislasten entwurzelt oder gebrochen waren. Während jetzt die Kronen der Bäume fast schneefrei waren, musste hier in den Tagen zuvor allerhand los gewesen sein! Mal brauchten wir nur über die Stämme steigen, öfter mussten wir uns einen Weg durch Baumkronen suchen oder unter- bzw. oberhalb des Weges an den Hang ausweichen.
 Besonders die Birken waren betroffen: Einige Birkenkronen waren vom Eis so auf den Boden gedrückt, dass sich ihre Stämme wie Torbögen über unseren Weg spannten.
Außerdem fanden sich im frischen Schnee immer wieder Tierspuren: Reh- und Rotwild, Hasen und Wildschweine hatten unseren Weg gekreuzt oder waren - weil das auch für die Tiere bequemer ist - ein Stück auf ihm gelaufen. Nele Dietz, als ausgebildete Jägerin, half uns, diese Spuren richtig zu bestimmen, zeigte uns Bäume mit Spechthöhlen, Bäume mit Borkenkäferbefall, Bäume mit Schälspuren vom Rotwild... Das alles verdient im Wald wahrgenommen zu werden und braucht halt seine Zeit.
Aus den großen Panoramafenstern der Gaststätte hat man einen Blick direkt auf den Brocken. Der blieb ganz erwartungsgemäß wolkenverhüllt, mal zog auch ein Schneeschauer vorbei, hin und wieder aber schafften es auch Sonnenstrahlen durch den Nebel und bestärkten uns darin, dass wir für unsere jährliche Wanderung doch wieder einen prima Tag erwischt hatten.
Bei Tische verblüffte uns Nele Dietz mit einer Schädelsammlung von Säugetieren. Die hatte sie extra für uns mitgebracht (!) und wir studierten die unterschiedlichen Formen und Gebisse eingehend nach dem Essen, welches – ganz wie im vergangenen Jahr - einhellig gelobt wurde.
Den Duft dieses guten Essens müssen wir wohl noch um uns gehabt haben, als wir, nun schon auf dem Rückweg, zum Luchsgehege kamen. Vielleicht waren wir aber auch für Luchsaugen irgendwie als Tierfreunde erkennbar? Wenigstens hielt es Herrn Luchs nicht lange auf seinem hohen Beobachtungsposten. Eilig kam er auf uns zu, lief erwartungsvoll vor uns am Zaun auf und ab und ließ sich von uns bewundern.
Von da an ging`s wieder bergab, was ja - wie beim Fliegen – bekanntermaßen schneller geht.
Auf der gegenüberliegenden, der östlichen Seite der Ecker wandernd, mal mit dem mal mit jener im Gespräch, auch über Themen, die gar nichts mit dem Fliegen zu tun hatten, erreichten wir gegen 17 Uhr unsere Autos. Leicht ermüdet aber nicht kaputt waren wir uns einig: „Danke Nele! Du hast genau passend für uns geplant und uns an Deiner Freude an der Natur teilnehmen lassen. Das war wirklich ein schöner Tag!“
Merke: Mit dem Wetter ist es wie im Leben. Manchmal kommt es doch besser als man denkt!
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